Büchermord mit dem Buch ohne Staben

Haltet Euch fern von diesem Teufelswerk!

Keine Angst, ich bin jetzt nicht etwa unter die Exorzisten gegangen. Mir wurde nur nahegelegt, das Buch ohne Staben nach Möglichkeit gar nicht erst zu nennen, und wenn dann nur, indem ich schlecht darüber spreche/schreibe.

Immerhin sind die Leser des ersten Teils, dem Buch ohne Namen, schon reihenweise gestorben. Gut, bei der Geschichte konnte das auch passieren, wenn man sich von der Langeweile übermannen ließ. Von den Wenigen, die es dennoch bis zur letzten Seite schafften, fehlt bis heute zudem jede Spur.

Außerdem passiert es nicht alle Tage, dass ein A4 großer Info-Postbrief mit einem auf alt getrimmten Aufdruck in meinen Briefkasten flattert. Vom eigentlichen Absender fehlt dabei jede Spur und ein Aufkleber offenbart dem Überbringer des Umschlags auch nur meine Adresse und keine zusätzlichen Informationen. Erst als ich den Umschlag öffne, rutsch mir daraus ein Buch sowie ein Anschreiben entgegen. Letzteres warnt mich ausgiebig davor, das Buch zu lesen und bei dem mir vorliegenden Exemplar handelt es sich zudem um eine Besonderheit.

Warum ich also noch lebe?

Bei dem mir zugeschickten Buch wurden verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen: So wurden die Seiten zum Beispiel mit einer Geheimtinte bedruckt, damit es mir auch ja beim flüchtigen Durchblättern nicht gelingen kann, den Text der Seiten in mein Gehirn zu transferieren. Nur weil mein Blick nun von einer weißen Seite zur anderen springt, kann das Buch mich also nicht töten.

Bourbonkid verspricht mir jedoch, wenn ich mit ihm Kontakt aufnehme, dass er mir dann ein richtiges Exemplar zuschicken will, welches ich dann mit einer ebenfalls mitgeschickten, besonderen Brille lesen kann. Reine Vorsichtsmaßnahme, versteht sich.

Wie läßt sich nun also der Verkauf eines solchen Teufelswerkes verhindern? Im Druck befindet es sich ja anscheinend schon, sonst könnte ich mir nicht erklären, wie Bourbonkid an die Original-Exemplare geraten ist.

Dennoch hat sich anscheinend trotz aller Vorsichtsmaßnahmen etwas in mir festgesetzt. Es steckt tief in den Gehirnwindungen und wartet nur darauf freigesetzt zu werden…

Wann auch immer ihr eines dieser Exemplare in freier Wildbahn antrefft, macht einen großen Bogen darum!

Wo Ist Sven?

In den letzten sechs Wochen bescherte uns Johannes B. Kerner in seiner Abend-Talk-Show „Kerner“ mit vorproduzierten Sendungen. Nun kehrt er aus der Sommerpause zurück und eröffnet die neue Saison gleich mit dem „größten TV-Ereignis des Jahres“ (Zitat Sat 1). Es startet am morgigen Donnerstag Abend um 22.25 Uhr und beginnt unter anderem mit der Frage-Stellung „Wo ist Sven?“.

Mit Sven ist der Journalist Sven Jachmann gemeint, der in den kommenden drei Wochen eine ganz eigene Aufgabe erfüllen muss. Er soll sich innerhalb Deutschlands fortbewegen und dabei versuchen vom Radar der Zuschauer verschwinden. Vielmehr geht es um die Fragestellung, ob es einem Menschen in unserer heutigen sozial und technisch hoch-vernetzten Wirklichkeit noch gelingen kann unerkannt zu leben.

Innerhalb der drei Wochen wird das Experiment auch von anderen Sendeformaten wie dem „Sat 1-Morgenmagazin“ oder dem „Sat 1-Magazin“ aufgegriffen und beleuchtet werden und die Zuschauer können über eine eigens dafür eingerichtete Webseite Wo-ist-Sven.de die aktuellen Geschehnisse mit beobachten und sich selbst auf die Suche nach Sven machen.  Immerhin gibt es für den der es schafft Sven ausfindig zu machen eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro. Sven wird sich zudem regelmäßig telefonisch melden und bericht erstatten.

Ganz neu ist diese Idee für eine Sendung allerdings nicht.

Mission Germany

So gab es zum Beispiel auf dem Schwestersender ProSieben bereits das Format „Mission Germany“  bei dem gleich drei Agenten für 30 Tage lang untertauchten und den Zuschauern gesucht wurden. Damals wurde die Sendung dazu von Miriam Pielhau und Sky du Mont moderiert. Für das neue Experiment auf Sat 1 wird jedoch versichert, dass es nicht nur den spielerischen Aspekt der Suche betrachten wird sondern auch sondern auch allgegenwärtige Fragestellungen beleuchten wird, wie zum Beispiel „Was geschieht eigentlich mit den vielen Aufzeichnungen von öffentlichen Überwachungskameras? Weiß ich, wer alles an meine EC-Kartendaten kommt, wenn ich an der Tankstelle bezahle? Wer kann mich orten, wenn ich das Handy anmache?“.

Wired jagd Evan Ratliff

Ein sehr ähnliches Experiment hatte das Magazin Wired bereits im August 2009 durchgeführt. Nachdem der Journalist Evan Ratliff in seinem ausführlichen ArtikelGone Forever: What Does It Take to Really Disappear? versuchte Leuten auf die Spur zu kommen, die zum Beispiel ihren eigenen Tod vorgetäuscht hatten um an einem anderen Ort auf dieser Welt ein neues Leben zu beginnen, begab er sich selbst für das Magazin in eine solche Position. Er tauchte unter.

Es dauerte ganze 25 Tage, bis man ihn ausfindig gemacht und aufgespürt hatte. Ratliff war damals seine Vorliebe für Gluten-freie Pizza zum Verhängnis geworden. Er besuchte in New Orleans die einzige Pizzeria, die Gluten-freie Pizzen anbot und wurde dabei vom Inhaber der Pizzeria erkannt und gestellt. Wie Wired später berichtete, war der Inhaber über eine Twitternachricht von @vanishteam darauf aufmerksam gemacht worden, dass sich Evan in New Orleans befindet und wahrscheinlich die Pizzeria aufsuchen würde.

Das @vanishteam verwendete für die Verfolgung von Evan einige technisch sehr aufwändige Mittel (unter anderem IP-Tracking, Fem-Bots, Fake Names, etc.) Und so gelang es ihnen schließlich, seine Spuren bis zu seiner Aufdeckung zusammenzuführen.

Nun wird es also spannend zu beobachten wie sich Sven da draußen schlagen wird. Auch wenn er noch nicht untergetaucht ist, so ist ihm die Aufmerksamkeit unserer Forenmitglieder schon jetzt gewiss. Gemeinsam sollte es kein Problem sein, dem Herrn Jachmann das Verschwinden zu erschweren 😉

Weitere Webseiten:

Power to the Pixel rufen zum Pitch auf dem Pixel Market auf

Das in London ansässige Unternehmen Power to the Pixel veranstaltet auch in diesem Jahr wieder ihr Cross-Media Forum. Bereits zum vierten Mal treffen sich dazu verschiedene Größen aus den Bereichen Film und Medien zum gegenseitigen Know-How Transfer, Networking und zur Vorstellung der eigenen Projekte.

Wer dabei sein will, kann sich auf der Seite bereits jetzt für den 12. und 13. Oktober registrieren. Die Anmeldegebühr für die beiden Konferenz-Tage beträgt für beide Tage 180 Britische Pfund (zur Zeit rund 218 Euro).

In diesem Jahr wird im Zusammenhang mit der Konferenz auch erstmals der Pixel Market eingeführt. Dabei handelt es sich um eine besondere Veranstaltung, auf der die zwanzig besten, internationalen Cross-Media Projekte gegenüber Finanziers und Entscheidungsträgern vorgestellt werden. Die Hälfte dieser Projekte wird dann ausgewählt, um sich gegenüber den anderen in einem Pixel Pitch zu behaupten. Dem besten Projekt winkt schließlich ein Preis von 6.000 GBP.

Der Pixel Market wird unterstützt von den Medienprogrammen der Europäischen Union, ARTE und dem BFI London Film Festival. Ziel der Veranstaltung ist es auch, wichtige Entscheidungsträger und Finanziers aus den Bereichen Film, Games, Mobile, Interactive, Arts, Publishing, Broadcast und Technologien mit den kreativen Köpfen hinter den Ideen zusammen zu bringen. So finden im Zusammenhang mit dem Pixel Market auch immer wieder Meetings zwischen beiden Parteien statt, in denen die eingereichten Projekte vorgestellt und die Ideen dahinter präsentiert werden können.

Gesucht werden internationale Projekte, deren Geschichten sich über die verschiedene Medien und Kanäle (Film, TV, Mobile, Interactive, Publishing, Live Events und Gaming) kombinieren lassen. Es geht also nicht um vergangene Projekte sondern um solche, die noch umgesetzt werden sollen. Power to the Pixel hat für die Teilnahme fünf kurze Regeln aufgestellt:

1. Submissions must be made by the Producer of the project and be submitted through a production company. Projects without a producer attached will not be eligible.
2. Producer(s) must own the rights to develop and produce the project in all required media.
3. Applications from producers who are students on the dates of The Pixel Market will not be eligible.
4. Power to the Pixel will provide free accreditation to the The Pixel Market for one member of each team selected to attend. Additional team members will be charged an accreditation fee of £275 excluding VAT to attend.
5. Only one free accreditation will be available per team to attend Power to the Pixel’s Conference Summit on 12 October 2010.

Alle weiteren Details könnt ihr hier auf der Power to the Pixel Website finden. Also her mit Euren Projekten und Ideen, ihr Transmedia-Story-Teller. Die Zeit läuft. Bis zum Freitag (06. August) um 18 Uhr muss die Einreichung über die Webseite von Power to the Pixel geschehen sein. Und vielleicht befinden wir uns schon bald inmitten Eures Alternate Reality Games oder in Eurer Transmedia Experience, welche den Pixel Pitch gewonnen hat. Wir drücken Euch die Daumen.